Herausforderungen

    • Die Dörfer sind weit verstreut, die Strassen sind schlecht, und der Verkehrsstil in Indien ist katastrophal und gefährlich. Anders als im Westen haben die Eltern unserer Kinder kein Auto. Kinder mit Behinderungen können nur schwer auf einem Fahrrad oder Motorrad transportiert werden. Öffentliche Verkehrsmittel zu unserem Zentrum gibt es nicht. Es ist daher unerlässlich, dass wir die Kinder mit unserem Schulbus abholen.

 

    • Das tropische Klima ist extrem. Die meiste Zeit des Jahres ist es sehr heiß und es fällt monatelang kein Tropfen Regen. Der Wintermonsun – normalerweise von Mitte Oktober bis Mitte Dezember – ist dann aber umso heftiger. Die Lage in den Dörfern kann äußerst unangenehm werden, da die Dächer häufig undicht sind, das Feuerholz fürs Kochen nass wird, und die Menschen wochenlang klammer Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Auch kommt es besonders in der Regenzeit fast täglich zu stundenlangen Stromausfällen.

 

    • Viele Eltern haben ein unregelmäßiges Einkommen, oft unterhalb der Armutsgrenze. Die meisten sind Tagelöhner und haben keinerlei Anspruch auf Krankenversicherung oder Rente. Zwar hat sich die wirtschaftliche Lage Indiens in den letzten Jahren rasant verbessert, doch die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung ist dabei leer ausgegangen. In Indien ist die Inflationsrate für Lebensmittel besonders hoch, was Geringverdiener am Härtesten trifft.

 

    • Behinderungen sind ein komplexes Problem. Ein Kind mit Behinderungen, das womöglich für den Rest seines Lebens Betreuung benötigt, stellt Familien vor eine große Herausforderung. In Indien, wo viele Menschen noch keinerlei soziale Absicherung haben, wird von Kindern erwartet, dass sie im Alter für ihre Eltern sorgen.

 

    • Viele Eltern aus den ländlichen Dörfern sind Analphabeten und haben keine Ausbildung absolviert. Wir können keine Wunder vollbringen, doch einige Eltern erwarten von uns, dass ein paar Spritzen oder einige Therapie-Sitzungen genügen, um aus ihrem schwer behinderten Kind einen völlig funktionsfähigen Menschen zu machen. Besonders für Eltern, die nie zur Schule gegangen sind, ist dies schwer nachzuvollziehen.

 

    • Viele Kinder sind unterernährt, haben Parasiten im Darm, Kopfläuse, Hautprobleme und Infektionen. Manchmal wird es nötig, soziale Fürsorge für die gesamte Familie zu leisten, damit sie in der Lage ist, ihr behindertes Kind überhaupt versorgen zu können.

 

    • In den Dörfern gibt es immer noch üblich enge Verwandte zu heiraten, was oft zu genetischen Schäden bei ihren Kindern führt.

 

    • Es ist schwierig qualifiziertes Personal zu finden, das bereit ist, mit der Dorfbevölkerung zu arbeiten. Deshalb bilden wir lokale Mitarbeiter für unsere eigenen Bedürfnisse aus.

 

  • Auf Pädiatrie spezialisierte diagnostische Kliniken verbessern sich mittlerweile in Indien. Viele unserer Familien brauchen Unterstützung, um die Kosten der Behandlung ihrer Kinder zu begleichen, sowie für notwendige Medikamente.